
19.3.2026
An der Fakultät für Physik und Astronomie wird auf besonders kreative Weise an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst gearbeitet. Die Artist-Residencies des SFB 1225 ISOQUANT sind längst kein Experiment mehr, sondern mittlerweile ein integraler Bestandteil der Wissenschaftskommunikation an der Fakultät. Sie bieten einen innovativen Zugang zur Forschung und fördern den interdisziplinären Austausch zwischen Kunst und Wissenschaft. Ziel ist es, durch die Auseinandersetzung mit künstlerischen Perspektiven neue Impulse für die wissenschaftliche Arbeit zu setzen und die Öffentlichkeit auf die spannenden Schnittstellen zwischen beiden Disziplinen aufmerksam zu machen.
Sarah Calörtscher: Theater trifft Physik
Die Theaterdramaturgin Sarah Calörtscher, die derzeit im Rahmen der gemeinsamen Artist Residency mit dem Nationaltheater Mannheim arbeitet, hat ihre erste Recherchephase in Heidelberg im Dezember 2025 erfolgreich abgeschlossen. Momentan arbeitet sie intensiv an ihrem Text „Die Physikerinnen (weit weg vom Gleichgewicht)“. Aus diesem wird eine szenische Lesung entstehen, die am Samstag, den 16. Mai 2026 im Nationaltheater Mannheim Premiere feiern wird. Im Anschluss an die Lesung ist ein moderiertes Gespräch zwischen der Künstlerin und Wissenschaftler*innen des SFB 1225 ISOQUANT geplant. In einem kürzlich erschienenen Interview mit Wissenschaftskommunikation.de sprechen Sarah Calörtscher und Dr. Lisa Ringena, Projektleiterin am SFB 1225 ISOQUANT, über ihre Erfahrungen während der Artist Residency und den Austausch zwischen Kunst und Wissenschaft in Heidelberg.
Elisa Storelli: Parachronologie
Auch die Residency-Zeit der Künstlerin Elisa Storelli, die ebenfalls derzeit im Rahmen einer gemeinsamen Artist Residency mit dem Art Hub Kopenhagen arbeitet, geht in die nächste Phase. Nach ihrer intensiven Recherche in Heidelberg wird sie im April 2026 ihre Residency in Kopenhagen fortsetzen. In ihrer künstlerischen Praxis, der Parachronologie, widmet sie sich der Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Zeit. Das konkrete Ergebnis ihrer Arbeit steht noch nicht fest – es bleibt spannend, in welcher Form das Ergebnis am Ende öffentlich präsentiert wird.
Open-Access-Publikation: „New Links Between Different Systems“
Die Artist-Residencies starteten im Jahr 2020 in Zusammenarbeit mit dem Kalamari Klub – Freiraum für analoge Fotografie e.V. in Heidelberg. Die eingeladenen Künstler*innen Philip Kanwischer und Alexandra Hunts realisierten im Rahmen Ihrer Residencies jeweils eigene Ausstellungen im Physikalischen Institut, Kirchhoff-Institut und im EINC. Die Dokumentation des Projektes „New Links Between Different Systems“ ist nun als der Open-Access-Publikation auf ART-Dok verfügbar. Die Publikation versteht sich nicht nur als Rückblick, sondern auch als Einladung an andere Institutionen, ähnliche interdisziplinäre Projekte zu initiieren und die Potenziale einer Zusammenarbeit zwischen Kunst und Wissenschaft weiter zu erkunden.© Philip Kanwischer
Der Weg in die Zukunft: Kunst als Brücke zur Wissenschaft
Die interdisziplinären Projekte des SFB 1225 ISOQUANT wurden vom Team der Öffentlichkeitsarbeit des SFB – bestehend aus Tina Kuka, Dr. Lisa Ringena und Ursula Schöllkopf – initiiert und umgesetzt. Ihr Einsatz und ihre Expertise tragen maßgeblich dazu bei, diese innovativen Formate weiterzuentwickeln und als nachhaltige Strukturen an der Fakultät zu verankern – Strukturen, die auch in Zukunft den Austausch zwischen Kunst und Wissenschaft fördern werden.