IV. ZU DEN LEHRVERANSTALTUNGEN

3. Physikalische Praktika

Die Praktika führen in die wichtigsten Experimentier- und Messmethoden der Physik ein und geben den Studierenden gleichzeitig Gelegenheit, die in Vorlesungen und Bücherstudien erworbenen Kenntnisse zu vertiefen. Es werden mit mehr oder weniger fertig aufgebauten Apparaturen vorgegebene Fragestellungen bearbeitet. Wesentliche Aspekte des Experimentierens - die Auswahl oder das Erfinden geeigneter Messmethoden, das Konstruieren von Apparaturen, die Überwindung experimenteller Schwierigkeiten usw. - bleiben, nach ersten Erfahrungen im zweiten Teil des Fortgeschrittenenpraktikums oder in der sog. "Miniforschung", der Diplom- bzw. Staatexamensarbeit vorbehalten.

Die Versuche in den Anfängerpraktika I und IIA, die vor der Diplom-Vorprüfung bzw. der Zwischenprüfung durchgeführt werden, sollen einfach und übersichtlich sein. Das Praktikum I enthält 20 Versuche aus den Gebieten Mechanik, Wärmelehre, Elektrizität und Optik; vorausgesetzt wird der Stoff der Vorlesung Physik I oder II. Das Praktikum IIA enthält 20 etwas kompliziertere Versuche aus den gleichen Gebieten und aus der Strahlenphysik. Vorausgesetzt werden die Vorlesungen Physik I und II und das Praktikum I. Die Praktika sind jeweils in einem Semester durchzuführen.

Für Studierende mit Nebenfach Physik sind einsemestrige Praktika mit 19 Versuchen vorgesehen, die eine Auswahl aus den Praktika I und II darstellen und inhaltlich auf das jeweilige Hauptfach (Biologie, Chemie) abgestimmt sind.

Im Fortgeschrittenenpraktikum (für Studierende der Physik nach der Diplom-Vorprüfung oder Zwischenprüfung), das auf zwei Semester angelegt ist, sind aus einer Vielzahl von Versuchsaufbauten 8 Versuche auszuwählen, die die verschiedenen Gebiete der Physik betreffen sollen. Die Kursvorlesungen, zumindest Physik I - IV und Theoretische Physik I sowie II oder III, werden vorausgesetzt. Während im Teil I aus dem im zentralen Praktikum verfügbaren Gerätepark die vorgesehenen Versuchsaufbauten zusammengestellt und anschließend getestet und zu Messungen verwendet werden, verlagert sich im Teil II der Schwerpunkt zu dezentralen Versuchsanordnungen in den verschiedenen Arbeitsgruppen, die einen engen Bezug zur dortigen Forschung und Methodik haben und damit Einblick in aktuelle Forschungstätigkeit geben. - Das Fortgeschrittenenpraktikum kann, soweit Praktikumsplätze frei sind, während des Semesters jederzeit begonnen werden.

Zum Erwerb der Praktikumsscheine sind eine sorgfältige inhaltliche Vorbereitung der jeweiligen Versuche und ihres physikalischen Umfeldes, (Aufbau und) Durchführung der Versuche einschließlich angemessener Protokollführung sowie die Auswertung der Messungen einschließlich Interpretation und Fehlerrechnung usw. erforderlich; dies ist in Gesprächen mit Assistenten und durch Vorlage der jeweiligen Protokolle, Ergebnisse und Ausarbeitungen nachzuweisen. Beim Fortgeschrittenenpraktikum ist zumindest einmal ein Seminarvortrag (Referat) über einen der durchgeführten Versuche vor den übrigen Praktikumsteilnehmern zu halten.

Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass für das Physikstudium in Heidelberg die vorherige oder spätere Absolvierung eines Industriepraktikums nicht vorgeschrieben ist; gleichwohl kann es nur empfohlen werden, durch ein geeignetes Praktikum in der vorlesungsfreien Zeit wertvolle Erfahrungen zu sammeln.



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